Vermeidung von Privatsphäreverletzung und Verleumdung in Sachbüchern

Belletristik oder Sachbücher

Kunst, so sagt man, ist die Perfektionierung der Realität. Ein Romanschriftsteller erschafft eine neue Welt, in der die Menschen, Orte und Ereignisse ganz im Dienst der frei erfundenen Geschichte stehen. Diese Geschichte kann pure Fantasie sein, auf Erlebnissen des Autors beruhen oder fiktive Figuren einsetzen, um menschliche Beziehungen und Erfahrungen zu beleuchten.

Verfasser von Sachbüchern, Autobiografien, Biografien und biografischen Romanen hingegen schreiben über echte Ereignisse und Menschen. Dabei sind einige Grundregeln zu beachten: Sie müssen sich an Fakten halten, verleumderische Behauptungen vermeiden und darauf achten, dass Sie die Privatsphäre von Privatpersonen nicht verletzen.

Verleumdung und Privatsphäre

Verleumdung ist laut § 187 StGB, wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache zu behaupten oder zu verbreiten, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist.

Eine Verletzung der Privatsphäre oder der Persönlichkeitsrechte liegt vor, wenn in unvertretbarem Umfang in das Privatleben eingedrungen wird, wenn der Name oder das Abbild einer Person ohne Erlaubnis zu gewerblichen Zwecken genutzt wird, wenn das Privatleben einer Person in unvertretbarem Umfang an die Öffentlichkeit gebracht oder wenn eine Person in der Öffentlichkeit in einem falschen Licht dargestellt wird.

Haftbarkeit von Autoren

In jedem Land gelten andere Gesetze über Beleidigung und Verleumdung. Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein Autor nicht für Meinungsäußerungen verklagt werden kann. Auch wer die Wahrheit sagt, kann dafür nicht verklagt werden. Beachten Sie jedoch,dass es nicht ausreicht, wenn Sie überzeugt sind, dass Ihre Äußerungen der Wahrheit entsprechen – Sie müssen dies auch belegen können.

Es steht Ihnen frei, Ihre eigene Geschichte zu erzählen, nicht jedoch die Geschichten anderer Menschen. Wenn Privatpersonen namentlich genannt, erwähnt oder anderweitig für Ihre Leser kenntlich gemacht werden, müssen Sie belegen können, dass Ihr Text den Tatsachen entspricht.

Verlagshäuser beschäftigen ganze Teams, die Fakten sorgfältig prüfen und alle Inhalte vor der Veröffentlichung einem Genehmigungsverfahren unterziehen, das auch Elemente der Risikoanalyse sowie die potenziellen Einnahmen berücksichtigt. Autoren bei Lulu veröffentlichen ihre Werke im Selbstverlag und tragen daher die alleinige Verantwortung als Autor wie auch als Verleger.

Wie können Sie Ihre Geschichte erzählen, ohne Klagen zu riskieren? Machen Sie sich zunächst mit den einschlägigen Gesetzen und Regelungen in Ihrem Land vertraut. Falls Sie über jemanden schreiben, der in einem anderen Land wohnt, müssen Sie auch dessen einschlägige Gesetze und Regelungen beachten. Holen Sie im Zweifelsfall stets Rechtsberatung ein, bevor Sie Ihr Werk veröffentlichen.

Wenn ein Werk Gegenstand eines Rechtsstreits mit dem Vorwurf der Verleumdung oder der Verletzung der Privatsphäre oder Persönlichkeitsrechte ist, muss Lulu es aus dem Vertrieb zurückziehen, bis der Rechtsstreit zweifelsfrei beendet ist. Diese Maßnahme seitens Lulu hindert Sie natürlich nicht daran, Ihre Geschichte auf einer anderen Website oder bei einem traditionellen Verlag zu veröffentlichen.

 

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