Pflichtexemplare, Buchpreisbindung, ... ?!

Verstehe ich das richtig?

Ich publiziere ein Buch bei lulu.com und kaufe das "Global Distribution"-Paket. Dann ist doch Lulu Enterprises, Inc. mein Verlag, nicht wahr? Weil ich ja meine ISBN auch von Lulu bekomme. Und was interessiert einen Verlag, der seinen Sitz in den USA hat, das deutsche Buchpreisbindungsgesetz? Und was interessieren ihn die diversen Pflichtexemplarsverordnungen in Deutschland und den Bundesländern? Wenn hier jemand ein Pflichtexemplar bekommen sollte, dann die Library of Congress, falls die USA auch so gemeine Verordnungen haben.

Und kann ein Buch mit "amerikanischer"/"englischer" ISBN tatsächlich an das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) gemeldet werden? Und Lulu-Bücher mit Lulu-ISBN werden tatsächlich von deutschen Barsortimenten (Libri & Co) in ihren Katalogen geführt?

Und wie ist es mit Büchern, die ich ohne ISBN bei Lulu publiziere, und die ausschließlich über Lulu vertrieben werden? Betrifft mich dann die Buchpreisbindung? Muss ich dann auch Pflichtexemplare abdrücken? Das kann doch nur ein schlechter Witz sein!

Fragen über Fragen ...

In der Hoffnung auf Anworten,
Flo Seidl

Kommentare

  • Kennt und weis der Laie, welche ISBN eine deutsche, eine amerikanische, eine englische oder eine bokinafasische ist? Die ISBN ist unabgekürzt eine " International Standard Book Number". Das heist, das Buch ist mit dieser Nummer weltweit bestellbar unabhängig davon, wo die ISBN "beheimatet" ist. Dem VLB, Libri etc. ist es egal ob es eine englische oder amerikanische (etc.) ISBN ist.

    Das Buch ist in Deutsch, der Autor aus Deutschland und man will sein Buch auch in Deutschland verkaufen. Daher muss es quasi ins VLB etc. damit der hiesige Buchhandel guten Zugriff hat. Auch dem Buchhändler dürfte die Herkunft der ISBN egal sein, wenn er das Buch gut verkaufen kann. Ich habe die beiden Pflichtexemplare selbst an die Deutsche Bibliothek in Frankfurt geschickt, denn ich WILL, dass mein Buch dort auch katalogisiert wird. Und die Buchpreisbindung ist für uns Autoren doch auch ein Segen, ermöglicht sie doch stabile Preise und verhindert, dass das Buch mit niedrigeren Kampfpreisen als Angebotsware verramscht wird.

    Wenn Du das Buch nur über LuLu vertreibst, brauchst Du keine ISBN, keine Pflichtexemplare abzugeben und theoretisch auch keine Buchpreisbindung. Aber wieso willst Du dich dem ganzen etablierten Buchmarkt verweigern. Wenn man über sehr bekannte Plattformen wie Amazon, Buch.de etc. und auch den Vor Ort-Handel Bücher absetzen kann, dann sollte man das doch tun. Ich zumindest will diese Vertriebskanäle für mein Buch auf alle Fälle nutzen. Und billiger als bei LuLu bekommst Du derzeit weder die ISBN noch die Listung beim Libri, Amazon etc. etc. etc. etc. also zumindest verglichen mit anderen Print on Demand-Anbietern. Bei BOD kostet das Basispaket 369 Euro und viel mehr als die ISBN und die Listung in Vertriebsnetzen ist da auch nicht drin.

    Gruß
    Andreas
  • Es kann durchaus gute Gründe dafür geben, sich auf den Vertrieb über Lulu zu beschränken und auf einen Buchhandelsvertrieb plus ISBN zu verzichten, etwa dann, wenn man seinen Lesern die Möglichkeit geben will, ein Buch preiswert zu erwerben.

    Der Buchhandelsvertrieb erzwingt einen recht hohen Endverkaufspreis, da natürlich auch der Buchhändler noch etwas verdienen möchte. Hier ist auch der Unterschied zwischen Sachbüchern und Romanen nicht ohne Bedeutung. Bei Fachbüchern, wie dem von Andreas, ist ein höherer Preis am Markt eher durchzusetzen als bei belletristischen Werken.

    Über den Buchhandel lässt sich ein Buch wirtschaftlich sinnvoll nur vertreiben, wenn der Endverkaufspreis mindestens das Doppelte des Produktionspreises beträgt. Kostet aber der Druck eines 250-Seiten Romans z. B. 8,00 EUR, müsste ich für den Buchhandelsvertrieb mindestens 16,00 EUR (eher noch mehr!) als Endverkaufspreis festsetzen, damit die Sache sich halbwegs lohnt. Ein solcher Preis wird für Belletristik im Paperback aber kaum akzeptiert. Der Vertrieb über Buchhandel und Buchgroßhandel erzwingt für Books on Demand einfach viel zu hohe Endpreise!

    Gerade an dieser Stelle aber setzt Lulu an, indem er es dem Autor oder Verleger ermöglicht, das Buch dem interessierten Leser also z. B. für 11,00 EUR anstatt 16,00 EUR anzubieten (um bei meinem Beispiel zu bleiben), und für den Autor sind dann immer noch ein paar Euro drin. Das klappt natürlich erst dann richtig, wenn Lulu sich am Markt positioniert hat und das Versandkostenproblem gelöst ist.

    Noch eine Frage an Andreas:
    Bist du wirklich sicher, dass bei Verzicht auf ISBN und Buchhandelsvertrieb keine Pflichtexemplare abgeliefert werden müssen? Meines Wissens geht es der Nationalbibliothek darum, alle Texte zu sammeln, die in deutscher Sprache erscheinen, ganz egal, ob das Ding eine ISBN hat oder nicht. Aber vielleicht irre ich mich auch.

    Gruß
    Bernward
  • Sicher bin ich mir nicht, aber ohne ISBN etc. wird das Buch ja quasi so ähnlich behandelt wie beispielsweise ein Geschäftsbericht einer Firma oder andere privat publizierte Druckwerke. Auch eine Dissertation kann ich ja publizieren und muss sie nicht in der Nationalbibliothek einreichen.

    Das mit Belletriskik etc. stimmt, was du sagst. Und solche Bücher sind im Buchhandel ja auch nur deshalb so billig, weil die Massenverlage halt riesen Auflagen zu sehr günstigen Kosten produzieren und so den Preis so niedrig halten können.

    Damit LuLu als alternative Vertriebsschine für "ISBN-freie" Bücher wächst, muss es uns gelingen, eine Art "eBay-Effekt" zu schaffen, was LuLu ja auch vor hat. LuLu muss auch als Plattform für den Kauf von Büchern publik gemacht werden. Und genau da bin ich sehr zuversichtlich, dass das kommen wird. Denn man sieht ja, wie es hier in den letzten Wochen alleine hier im Forum rund geht, sprich das Autoren LuLu zum publizieren entdecken. LuLu ist hier in Deutschland und ich glaube auch in Europa ja gerade mal 3 oder 4 Monate am Markt und schaut, wieviele deutsche Titel es bereits gibt.

    Dennoch finde ich es wichtig und gut, das man mit LuLu trotzdem die Möglichkeit hat, auch den klassischen Buchhandelsweg mit einem Buch zu gehen.

    Gruß
    Andreas

    Gruß
    Andreas
  • Hallo Lulu-Genossinnen und Genossen,

    sehr schön, dass ich hier scheinbar auch eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von ISBNs angestoßen habe, was ich nicht wollte. Eigentlich stelle ich es nämlich gar nicht in Frage, dass Bücher eine ISBN haben sollten, zumal wenn sie über konventionelle Vertriebswege - i.e. den Buchhandel, in welcher Form auch immer - verkauft werden sollen.

    Wirklich Ahnung scheint bisher jedenfalls keiner zu haben. Vermutlich nicht einmal die Mitarbeiter von Lulu selbst. Andernfalls sollten sich diese bitte auch mal zu Wort melden.

    Grundsätzlich scheint es mir - nach Konsultation diverser Gesetzestexte und des Internetauftritts der Deutschen Bibliothek - tatsächlich der Fall zu sein, dass über Lulu in Deutschland publizierte Bücher auch als Pflichtexemplare an die Deutsch Nationalbibliothek abliefern muss. Die Deutsche Nationalbibliothek sagt nämlich auf Ihre Website:

    "Jeder gewerbliche oder nicht gewerbliche Verleger in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, von seinen Veröffentlichungen zwei Pflichtexemplare kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern." So, Pech gehabt. Wenn ein Buch per Lulu veröffentlicht wird, ob jetzt mit gewerblicher Absicht - wie wohl meistens - oder auch nicht, ist der Autor nämlich auch der Verleger - also sind Pflichtexemplare abzuliefern, egal ob mit oder ohne ISBN. Interessierte finden den Gesetzestext unter http://www.ddb.de/wir/pdf/dnbg.pdf ...

    Lustig finde ich das übrigens gar nicht. Im Klartext bedeutet das nämlich, dass ich als gesetzestreuer Bürger mindestens zwei Freiexemplare - plus gegebenenfalls diejenigen an meine jeweilige Landesbibliothek - jedes bei Lulu publizierten Werkes, egal ob mit oder ohne ISBN, kostenlos an staatliche Bibliotheken abdrücken muss. Also, in meinen Augen, Kosten ohne Nutzen. Blödes Gesetz. Ob die Einhaltung dieses Gesetzes auch wirklich kontrolliert wird - was ich nicht glaube - steht auf einem anderen Blatt.

    Dass ich Lulu-Bücher mit Lulu-"Global-Distribution"-ISBN als Pflichtexemplare - in meinem Fall vier Stück, nämlich zwei an die Deutsche Nationalbibliothek und nochmal zwei an die Bayerische Landesbibliothek - abgeben soll, finde ich allerdings noch weniger lustig. Genauer: Ich denke nicht, dass ich das muss. Weil nämlich in oben genanntem Gesetz und den entsprechenden Verordnungen immer von einem "Verleger in der Bundesrepublik Deutschland" die Rede ist. Wenn ich mir von Lulu eine ISBN kaufe, ist nämlich Lulu quasi automatisch mein Verlag. Oder, wie die US ISBN Agency das formuliert:

    "Only companies you designate as your publisher should assign ISBNs to your publications from their block of ISBNs. You may encounter offers from other sources to purchase single ISBNs at special offer prices. Companies that provide limited services such as distributing, retailing, bar code services, printing, and/or marketing should not assign ISBNs from their company to your publications unless you allow them to also hold publishing rights.

    So. In meinen Augen bin ich damit zumindest in dem Moment aus dem Schneider, da ich Lulu eine ISBN abkaufe. Dann ist Lulu nämlich mein Verleger, und zwar ein Verleger in den USA. Andernfalls würde Lulu gegen die zitierten Richtlinien verstoßen, weil ISBNs nämlich nur von Verlagen weitergegeben werden können, die auch die Veröffentlichungsrechte an meinem Werk besitzen. Ergo: Wenn ich Lulu-ISBN habe, ist Lulu Verleger, ich nicht. Und wenn die Deutsche Nationalbibliothek dann meine Bücher haben will, sollen die Brüder und Schwestern ihre Exemplare auch brav bezahlen.

    Grüße,
    Flo Seidl
  • ==> by the way ...

    @ Andreas:

    Dass Lulu-Bücher rechtlich wie ein Geschäftsbericht behandelt werden, würde ich bestreiten - zumal wenn ich die Deutsche Nationalbibliothek wäre. Wenn ich über Lulu publiziere, will ich mein Geschreibsel nämlich verbreiten und im Zweifel sogar Geld damit verdienen. Eine interne Publikation ist das also sicher nicht.

    Bei Dissertationen ist das übrigens nochmal ganz anders. Wenn ich die bei einem gewerblichen Verlag publiziere - was durchaus Vorteile hat, weil sich dann meist die Zahl der bei der Universität abzuliefernden Pflichtexemplare reduziert - landen sowieso zwei Exemplare bei der Deutschen Nationalbibliothek. Wenn ich das nicht mache, sondern auf eigene Faust drucke, muss ich umso mehr Kopien meiner Diss bei der Bibliothek meiner Alma Mater abliefern - es gibt Universitäten, die verlangen deutlich mehr als 50 Exemplare, wei die Verfügbarkeit der jeweiligen wissenschaftlichen Ergüsse ja gewährleistet werden muss. Und soweit mir bekannt ist, kriegen die staatlichen Bibliotheken auch auf die Art ihre Freiexemplare ...

    :-)

    PS: Wie verkauft sich eigentlich dein eBay-Buch? Im Internet bist du ja recht präsent - auf jeder zweiten Seite, die einem von Google ausgespuckt wird, wenn man "Lulu" eingibt, ist von dir die Rede. Kommt mir jedenfalls so vor.
  • @ F.Seidel

    Ich sagte ja, das ich mir nicht sicher bin!

    Was den Verkauf betrifft, es läuft gut an, wobei ich mal gespannt bin, wie es sich entwickelt, wenn die Listung bei Amazon, VLB, etc. erfolgt ist und das Buch damit auch außerhalb von LuLu bestellbar wird. Meine geringen Startkosten, den Kauf der Globalk Distribution mit der LuLu iSBN habe ich schon längst wieder reingeholt und bin jetzt quasi schon ein bisschen in der "Gewinnzone" :-)

    Übrigens tauche ich bei Google nicht auf wenn man LuLu eingibt, aber durchaus wenn man "eBay Marktforschung" eingibt. Man muss ja - wie auch bei BOD - für sein Buch selbst werben. Und eine Pressemeldung an Dienste wie www.openpr.de und vergleichbare kostenlose PR-Portale ist da sehr nützlich, denn viele Webseiten nutzen Pressemeldungen dieser Dienstleister, um ihr eigenes Informationsangebot aufzuwerten. Die Pressemeldungen werden denn kopiert oder per RSS oder anderweitig automatisiert eingebunden. Damit erreicht man einen guten Multiplikationseffekt. Wenn man meinen Namen eingibt tauche ich auch oft auf, was auch an dem Pressetext liegt aber vor allem auch an meinen "früheren" Büchern, die ich für den Data Becker-Verlag geschrieben habe und die immer noch auf Amazon oder anderen Seiten auftauchen. Und die Pressemeldung habe ich auch noc an gängie IT-Fachzeitschriften etc. etc. verschickt.

    Weiterhin habe ich mir auch 5000 Flyer drucken lassen, die ich auf Seminarveranstaltungen zum Thema fleißig verteile. Dort habe ich mein Buch auch immer dabei, dass die Leute mal reinschauen können.

    Das man als Selbstverleger auch das Maerkting selbst machen muss, finde ich recht spannend, denn man ist seines Glückes eigener Schmied. Wer ein Buch beu LuLu publiziert und sich dann hinsetzt und wartet, das es sich von alleine verkauft, kommt ja nicht weit, was auch für jede andere Print on Demand-Selbstverlagskombination gilt.

    Gruß
    Andreas
  • Gut, man muss die zwei ( in meinem Fall) oder vier ( in Deinem Fall) Bücher für diese Bibliotheken bezahlen. Aber ist es wirklich so schlimm, dass man der Nationalbibliothek und eventuell einer Landesbibliothek diese Exemplare zustellen muss? Ich finde es nicht dramatisch. Und ich meine die Grundidee, die dahinter steckt, dass alle hierzuladne publizierten Werke sozusagen für die Nachwelt erhalten bleibt ist ja nicht verkehrt. Sicher man kann sich darüber streiten oder einfach darüber aufregen, das Vater Staat hier wieder am herumregeln ist.

    Und wenn man bedenkt, das BoD für den Versand dieser Pflichtexemplare pauschal 29 ,- für Paperback berechnet, dann war ich mit Produktionskosten plus Porto durch das "Selbermachen" deutlich billiger.

    Worüber ich mich in sachen staatlicher Regelungen deutlich mehr aufregt als die Sache mit dem Pflichtexemplaren ist das, was hier zu lesen ist:

    http://www.vgwort.de/faq_verguetung.php#frage3

    Gruß
    Andreas
  • Ich glaube, dass es jetzt mal Zeit wird, dass ich mich mal hier zu Wort melde.

    Wie die Situation mit den Pflichtexemplaren ist, ist im Moment noch nicht ganz klar. Selbst auf Anfrage bei der Deutshen Nationalbibliothek gab es keine klare Antwort. Was ich soweit sagen kann und das ist euch ja auch allen bekannt, ist, dass alle Buecher mit einer ISBN bei der deutschen Nationalbibliothek gemeldet und natuerlich die Belegexempare innerhalb von einer Woche eingeschickt werden muessen. Und ich denke auch, dass dies von dir bzw. von euch Autoren gemacht werden sollte. Und zwar aus dem Grund, dass Ihr alle die Mitgliedschaftsbedingungen gelesen und auch akzeptiert habt. Und meines Erachtens nach hat ein Autor nicht nur Rechte sondern auch Pflichten. Wer alle seine Rechte an einm Buch behalten will und darf, muss eben auch mit den Pflichten leben, die damit einhergehen. Also bitte, sendet die Belegexemplare eures Buches an die Nationalbibliothek :!: :!:
    Die Alternative wird sein, dass wir alle ISBNs zurueckziehen und unser Angebot des Produktes "Globale Distribution" vorlaeufig vom Markt nehmen. Das soll heissen, dass alle Autoren, die von uns bisher eine oder mehere ISBN erworben haben fuer diese rueckerstattet werden, jedoch aber ihre ISBN verlieren. Wenn Lulu eine Abmahnung bezueglich einer Nichtmeldung und fehlenden Belegexemplaren bekommen sollte, werden wir das an den entsprechenden Autor weiterleiten und bei weiterer Nichtbeachtung das Buch und das Konto des "Uebeltaeters" :lol: sofort loeschen und die entsprechenden IPs blocken.

    Das sind harte Worte, ich weiss, aber ich moechte einfach jedlichen Aerger vermeiden und Kunden/ Autoren bewahren, daher diese harten Massnahmen. Wir hatten intern diese Diskussion auch schon bzueglich anderer Probleme. Lulu ist noch jung auf dem deutschen Markt und muss sich noch allen gesetzlichen und markttypischen Regelungen und Vorschriften anpassen. Wir geben euch vollstes Vertrauen und viele Freiheiten. Bitte missbraucht es nicht und macht uns und euch das Leben nicht schwer. Ihr deid unsere deutschen Pioniere, die uns helfen Lulu "einzudeutschen". Wir arbeiten hart daran bald alles optimiert ud dem deutschen Markt und den deutschen Kunden mit ihren Wuenschen anzupassen. Jedoch braucht das seine Zeit.
  • Hallo lieber Daniel, hallo liebe Mitlesende,

    das sind in der Tat harte Worte, und ich glaube auch nicht, dass Lulu in dieser Art und Weise reagieren muss und auch nicht sollte.

    Denn es heißt ja im Gesetzestext: "Jeder gewerbliche oder nicht gewerbliche Verleger in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, von seinen Veröffentlichungen zwei Pflichtexemplare kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern."

    Vor allem für das "Global Distribution"-Paket sehe ich von daher keinerlei rechtliche Probleme. Denn hier ist ja de jure Lulu der Verleger. Da Lulu eine Firma mit Sitz in den USA ist, kann man der Logik halber auch nicht von einem "Verleger in der Bundesrepublik Deutschland" sprechen. Damit sind auch die betreffenden deutschen Vorschriften und Gesetze in diesem Punkt wohl nicht anzuwenden.

    Eher ein Problem sind wohl Veröffentlichungen ohne ISBN, bei denen ja dann gemäß Lulu-Richtlinien der Autor auch der Verleger bleibt. Und wenn der Autor dann in der Bundesrepublik Deutschland wohnt, gilt für ihn als Verleger wohl oder übel auch das oben zitierte Gesetz. Und damit hat er von jeder Publikation, die irgendwie gedruckt vertrieben wird, auch die geforderten Exemplare abzugeben.

    Ein Überblick darüber, was die Deutsche Bibliothek so alles sammelt, ist unter http://www.ddb.de/wir/ueber_dnb/sammelauftr.htm zu finden.

    Angenehm ist das nicht unbedingt für den betroffenen Autor - gerade wenn man Lulu als Plattform nutzt, um quasi hobbymäßig Schriften vielleicht auch nur für einen kleinen Kreis zu publizieren. In so einem Fall macht eine Ablieferung von zwei bis vier Exemplaren die ganze Aktion vielleicht schon wieder unwirtschaftlich.

    Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass die Deutsche Nationalbibliothek die Pflichtstück-Verordnung allzu aggresiv umsetzt. Da fehlt es wohl entweder an Personal, Mitteln oder auch am Willen. Trotz Gesetzen und Verordnungen kommen meiner Ansicht nach auch bei weitem nicht alle gewerblichen Verleger ihrer Pflicht nach, ohne dass dies irgendwelche Auswirkungen hätte.

    So gilt da wohl auch für die Lulu-Autoren zumindest im Moment noch "Wo kein Kläger, da kein Richter ..." - und sofern man die Kolleginnen und Kollegen in den National- und Landesbibliotheken nicht direkt mit der Nase drauf stößt, werden die wohl kaum von sich aus wild irgendwelche Abmahnungen verschicken.

    Ein rechtliches Problem für Lulu sehe ich jedoch in keinem Fall. Aber werdet euch ja sicher demnächt mal an Personen - Anwälte? - wenden, die euch in dieser Angelegenheit kompetenter beraten können als ich. Auch wenn ich schon eine Handvoll Bücher - außerhalb von Lulu - verlegt habe, bin ich nicht der große Experte in verlagsrechtlichen Fragen.

    Viele Grüße,
    Flo Seidl
  • Hallo Daniel,

    außer der Sache mit den Pflichtexemplaren halte ich auch noch die Frage für klärungsbedürftig, ob Bücher, die keine ISBN haben, unter die Buchpreisbindung fallen.

    Nach meinem logischen Verständnis dürfte es eigentlich nicht sein, weil die Buchpreisbindung ja geschaffen wurde, um im Buchhandel einheiltliche Preise sicher zu stellen. Wenn aber ein Buch keine ISBN hat, ist es im Buchhandel nicht erhältlich, sondern nur im Direktvertrieb zwischen Autor/Verleger und Kunde.

    Auf der anderen Seite heißt es im Gesetz:

    § 3
    Preisbindung
    Wer gewerbs- oder geschäftsmäßig Bücher an Letztabnehmer verkauft, muss den nach § 5 festgesetzten Preis einhalten.

    Wenn man es wörtlich nimmt, müsste daher jeder Autor, auch wenn er auf ISBN, VLB etc. verzichtet und sein Buch gar nicht im Buchhandel vertreibt, eine strikte Preisbindung einhalten. Das ist zwar nach meinem Dafürhalten ein bürokratischer Unfug, aber in Deutschland ist so etwas durchaus möglich. Es wäre daher gut, wenn auch in dieser Sache juristische Klarheit hergestellt werden könnte.

    Gruß
    Bernward
  • Vorsicht! Es ist auch möglich, dass Bücher OHNE ISBN im Buchhandel verkaufbar sind und verkauft werden. Es kommt praktisch halt nur sehr selten vor. Aber es gibt soweit ich weis Vertriebswege, die ohne ISBN arbeiten.

    Gruß
    Andreas
  • Ok...als, wenn du fuer dein Buch keine ISBN und somit auch keine "Globale Distribution" kaufst, dann ist dein Buch nur auf Lulu zu erwerben und hat somit auch nur einen Vertriebskanal. Der Preis auf Lulu ist fix, wird auch nicht mehr schwanken (bezueglich Dollarkurs). Du setzt deinen Preis fest und dabei bleibt es dann auch bzw. sollte es fuer die naechsten 18 Monate bleiben, denn so lange giltet das Buchpreisbindungsgesetz. Wenn du nun aber dein Buch auch beim Buchhaendler in deiner Naehe auslegst, dann sollte dieser Preis natuerlich auch dem Lulu Preis entsprechen. Wenn ihr also euer Honorar bzw. die Endpreise eurer Buecher festlegt, dann ueberlegt bitte vorher, wo ihr die Buecher ueberall anbieten wollt und lasst diese Ueberlegung mit in die Preisgestaltung einfliessen. Ihr muesst natuerlich Rabatte fuer Buchhaendler einbauen und wollt selbst etwas daran verdienen. Diesen solltet ihr in den Honoraren mit einbauen.
  • ACHTUNG PFLICHTEXEMPLARE

    Laut der Aussage eines Mitarbeiters der Nationalbibliothek sind alle Buecher meldepflichtig. Die betrifftnicht nur die Buecher mit einer ISBN, sondern alle, die irgendwie angeboten werden, seien es Opas Memoaren, Lebenserfahrungen, Romane, Sachbuecher, etc.
    Alles was veroeffentlicht und auf Lulu angeboten wird, ist meldepflichtig. DAs bedeutet, dass 2 Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek geschickt werden muessen. Lulu wird dies nicht nachpruefen und sich auch sonst nicht einmischen. Wir weisen darauf hin, dass alle Rechte als auch Pflichten bei den Autoren liegen.

    Diese Aussage der DNB ist noch nicht entgueltig, jedoch erst einmal bindend und sollte von allen Autoren eingehalten werden.
    Ich denke, dass diese Meldung und das Hinterlegen der Belegexemplare nicht schlimm ist und sich der Kauf der Belegexemplare, sowie das Einsenden dieser lohnt, da diese Buecher dann auch im Verzeichnis der DNB aufgelistet sind und fuer alle Zeiten archiviert werden. Lulu wird hier keine weiteren Schritte uebernehmen. Alle Buecher, fuer die eine ISBN von Lulu im Rahmen des Produktes "Globale Distribution" erworben wird, werden wir natuerlich an das VLB und an Libri melden. Mit dieser Meldung geht auch eine Meldung bei der DNB einher.
    Rechtlich strittig ist jedoch zur Zeit noch, wie das mit Lulu-ISBNs laufen wird, da Lulu in den USA ansaessig ist und bei den von Lulu vergebenen ISBNs als Verleger erscheint und eigentlich fuer seine Buecher nicht meldepflichtig ist. Jedoch melden wir diese Buecher beim VLB, womit eine Meldung bei der DNB einhergeht. Also muessen auch hier Belegexemplare eingeschickt werden. Wir werden unseren Service bezueglich ISBN (Globale Distribution) aendern, so dass Lulu ab einem gewissen Zeitpunkt (voraussichtlich 2007) dieses Einschicken der Pflichtexemplare gegen eine kleine Gebuehr uebernehmen wird. Jedoch vorruebergehend muss dies von jedem Autor selbst in die Hand genommen werden.

    Den Pflichtexemplaren muss ein formloses Begleitschreiben beiliegen, der die wichtigsten Daten und Angaben zu dem Buch beinhalten sollte, wie Verleger, Autor, ISBN (falls vorhanden), etc. Am besten alle Informationen, die zu eurem Buch auf Lulu.com gemacht werden.
  • Ich denke die Damen und Herren der DNB wissen nicht, was sie sich da an Arbeit aufhalsen, denn wenn erst einmal eine Schwemme von Lulu Buechern kommt, werden sie sich wohl nicht mehr vor Arbeit retten koennen. Mal abwarten was passiert....vielleicht steht dann bald in den Nachrichten: "Lulu schafft Arbeitsplaetze!" :lol:

    Ich wuerde sagen, schickt alle Eure Buecher ein und dann schauen wir mal, was passiert.
  • Kurze Anmerkung.

    Der Begleitzettel ist in erster Linie für Periodika, also für regelmäßig erscheinende Druckwerke wie Zeitungen oder regelmäßig erscheinende Bände etc. nötig. Sieht man auch am Inhalt des Formulares. Dort wird ja auch nicht die ISBN sondern die ISSN (Die International Standard Serial Number http://de.wikipedia.org/wiki/ISSN ) abgefragt, die für Periodika vergeben wird.

    Bücher können, So sagte mir die zuständige Dame in Frankfurt, als ich wegen meinem Buch anrief, ohne ein Formular mit einem formlosen Schreiben eingereicht werden.

    Gruß
    Andreas
  • Neugierig, wie ich bin, habe ich mal im Katalog der DNB gestöbert. dort sind durchaus auch fremdsprachige Titel zu finden. Es sind aber wohl jeweils deutschsprachige Autoren oder Herausgeber bzw. in Deutschland erschienene Titel.

    Hier der Link, wer mal Lust hat zu stöbern:

    http://opac-f.d-nb.de:30080/DB=ext/SET=2/TTL=5/DBS=/TOP=BTKOSEVCZ/YOP=/LND=/TAA=/SEARCHOPTIONS_MAT

    Gruß
    Andreas
  • OOPS! Danke fuer den Hinweis...habs gleich geaendert und den Link runter genommen. Smiley (überglücklich)
  • Hi guys,

    die Diskussion im Forum ist sehr spannend und hilfreich nur wrin besteht die korrekte "Lösung".
    Sorry, eigenltich sind es etliche subjektive - gut gemeinte - Anregungen und Interpretationen.

    Natürlich zieht nicht die Polizei durchs Land und sucht nach "untreuen Buchschreibern", doch letzlich möchte man's halt schon richtig machen.

    Nur wie geht's richtig ?

    Es wurde ja hier schon angesprochen, dass beim offiziellen Vertrieb in Deutschland der Buchpreis quasi doppelt so hoch sein "muss", andernfalls nimmt es der etablierte Büchermarkt garnicht auf ... denn der erhält 50 % vom Ladenpreis und erwartet/fordert dazu noch die Übernahme der Versandkosten.
    (Daher sind die notwendigen Ladenpreise beim BOD-Preisrechner entsprechend höher, siehe auch Stichwort Barsortiment.)

    Es wäre für (fast) alle sehr hilfreich, ein Distributionpaket für den deutschen Makrt bei Lulu anzubieten und da ist dann halt - gegen Geld - alles drinn.
    Soll's professionell und erfolgreich sein, dann muss man leider den Regeln des eigenen Marktes folgen, und der deutschsprachige Markt ist zum größten Teil nun mal "Deutschland/Schweiz/Österreich".

    Ein Buch nach für Lulu geltenden amerikanischen Regeln herauszubringen und es dann auf dem deutschen Markt (ein ganz banaler Punkt: in der EU ist die Steuer Bestandteil des Preises) zu "etablieren" ist für den einzelnen sehr komplex, siehe dieses Forum.

    Warum wollt ihr alle euere eigenen Erfahrungen sammeln, die Finger verbrennen, wenn es für alle deutschsprachigen Lulu-Schriftsteller quasi die selben Fragen/Probleme gibt?

    Die ursprünliche (erste) Alternative bleibt ja trotzdem erhalten, quasi ohne ISBN zu bleiben und selbst loslaufen oder auch nur damit im kleinen Kreis bleiben ... auch das kann ganz schön und zufriedenstellend sein.

    8)

    PS
    Der Kunde mag nicht den Unterschied bei den ISBN kennen.
    Keine Bange, die Buchhändler schon ... und das hat auch Auswirkung auf deren "Verkaufswillen".
    Für ein deutschsprachiges Buch, welches man ernsthaft in D vertreiben möchte, hilft durchaus eine ISBN aus D ... und das sollte Lulu auch hinbringen, warum eigenltich nicht?
    Andere amerikanischen Firmen haben auch gelernt, dass außerhalb den USA manchmal leider andere Spielregeln gelten.
  • Um deutsche ISBNs zu bekommen, gibt es einige Regelungen, die wir im Moment weder erfuellen koennen noch wirklich wollen. Da VLB, Libri und Amazon keinen Unterschied bei der ISBN machen, sprich es ihnen wirklich Schnuppe ist, welche Laenderkennzahl eine ISBN hat, verkaufen wir auch weiterhin die amerikanischen und britischen ISBNs. Jeder Autor hat auch die Moeglichkeit sich selbst eine ISBN zu besorgen. Ist mit 79 Euro auch nicht sooo teuer und hat den Vorteil, dass jeder Autor dann auch in der Praefix erscheint.
    Wir verbessern nateurlich unseren Service kontinuierlich und arbeiten hart daran alles "einzudeutschen". Jedoch dauert das seine Zeit und wir bitten daher um etwas Geduld.
    Was die verschiedenen Distributionspakete angeht, auch hier kann ich sagen, dass wir daran arbeiten und auch bald eine Loesung anbieten koennen.
  • Hi Daniel,
    merci
    8)
  • Hmpf ...

    Es ist ja schön, dass sich die Damen und Herren von der Nationalbibliothek jetzt mal geäußert haben und Lulu dadurch in der Lage ist, den Autoren (vorerst-)verbindliche Regeln vorzugeben, was das Einsenden von Pflichtexemplaren angeht. Soweit so gut.

    Nur, glauben tu ich das immer noch nicht, insofern das "Global Distribution"-Paket betroffen ist. Zur Begründung - Lulu ist ein amerikanischer Verlag, das deutsche Gesetz kann hier also nicht gelten - sei auf meine obenstehenden Posts verwiesen.

    Auch eine Meldung an das VLB und die damit einhergehende Meldung an die Nationalbibliothek ändert da nichts dran. Ich bin also nach wie vor dagegen, dass Pflichtexemplare eingeschickt werden, wenn eine (amerikanische/englische) ISBN von Lulu gekauft wurde - egal ob ich das machen müsste, oder Lulu das übernimmt und dann zwangsläufig den Preis für das "Global Distribution"-Paket erhöhen muss. Seh ich nicht ein.

    Aber ich will mich ja hier nicht künstlich aufregen. Nur meine Klappe halten, kann ich nicht, wenn hier so ganz offensichtlich hanebüchene Infos verbreitet werden. No offence, Daniel - du gibst ja nur weiter, was die staatlichen Stellen uns mitteilen.

    Grüße, Flo
  • Was das "Global Distribution" Paket von Lulu angeht, so haben wir hier noch keine Klarheit, was die Belegexemplare angeht. Dies wird im Moment von der DNB noch geprueft, sobald ich hier mehr weiss, werde ich es euch mitteilen. Ich bin aber auf eurer Seite und schliesse mich Flos Meinung an, da wir als Verleger in der Praefix erscheinen und die ISBN eine amerikanische oder britische ist. Warten wir mal ab, jedoch gilt bis dahin, was ich oben schon geschrieben habe...Jeder muss die Belegexemplare einschicken, egal ob mit oder ohne ISBN. Autoren, die Ihre eigene ISBN eingebracht haben, muessen das sowieso tun und Autoren, die ihre ISBN von Lulu erworben haben, sollten entweder noch abwarten bis wir eine eindeutige Aussage hierzu haben (allerdings auf eigenes Risiko!!) oder eben die paar Euro investieren und die Exemplare einschicken. Tut ja nicht sonderlich weh, wenn man bedenkt, dass man dann dort auch gelistet wird.
  • Ich vermute mal, ohne es rechtlich verifizieren zu können, das hier neben dem Verleger und dessen geographischem und wirtschaftlichem Standort noch eine andere Sache eine Rolle spielen könnte. Nämlich ob ein Werk a. von einem in Deutschland lebenden Autoren erschaffen wurde und ob es b. hauptsächlich auf den deutschsprachigen Markt und "Kulturkreis" abgestellt ist. Soweit ich weis, müssen z.B. auch Fachbücher, die in den USA auf Englisch erschienen sind und die in einer deutschen Übersetzung für den deutschen Markt herausgebracht werden, gemeldet und auch eingereicht werden. Aber wie gesagt, dass nur "vom hören sagen". Warten wir mal die endgültige Aussage der DNB ab.

    Gruß
    Andreas
  • Zu der Sache von wegen LuLu ist ausländischer Verlag und ob man dann immer noch Bücher bei der DNB abgeben muss, wenn ein ausländischer Verlag die Bücher verlegt. Dazu nachfolgendes Fundstück von der Webseite der DNB:


    Sammelt die Deutsche Nationalbibliothek ausländische Literatur?

    Zum Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek gehört auch die Sammlung der folgenden Publikationen

    * im Ausland verlegte deutschsprachige Veröffentlichungen
    * im Ausland verlegte Übersetzungen deutschsprachiger Veröffentlichungen
    * im Ausland verlegte fremdsprachige Veröffentlichungen über Deutschland und über Persönlichkeiten des deutschen Sprachgebietes, der so genannten Germanica

    Gefunden auf: http://www.ddb.de/wir/ueber_dnb/sammelauftr_faq.htm#sammelt_auslaendische_literatur

    Fazit: Wir müssen wohl.....

    Gruß
    Andreas
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