Routine ist für Autoren unerlässlich

Der richtige Ort und die richtige Zeit zum Schreiben sind ganz individuelle Faktoren. Maya Angelou schreibt am frühen Morgen in schmucklosen Hotelzimmern, Truman Capote schrieb im Bett, und Vladimir Nabokow schrieb die ganze Nacht hindurch auf Karteikarten. Manche Autoren schreiben Tag für Tag zehn Seiten, egal, was um sie herum vorgeht (Stephen King), andere schaffen mit Müh und Not gerade mal 500 Wörter am Tag (Ernest Hemingway).

 

Trotz all dieser Unterschiede haben viele Autoren eine Gemeinsamkeit: ihre Routine. Wie Spitzensportler lassen Autoren sich nicht einfach nur nach Lust und Laune beim Training blicken. Sie halten sich an ihren Zeitplan. Natürlich gibt es gute und schlechte Tage, aber besser wird es nur, wenn man bei der Sache bleibt.

 

Es gibt allerdings keine allgemeingültige Routine. Sie müssen selbst herausfinden, was für Sie am besten funktioniert. Und was ist das? Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten, lautet: Was möchten Sie erreichen? Möchten Sie innerhalb von zwölf Monaten einen 100.000-Wörter-Roman fertigstellen? Oder eher eine Kurzgeschichte in 60 Tagen?

 

Wenn Sie sich über Ihr Ziel im Klaren sind, schreiben Sie es auf und hängen Sie es dort auf, wo Sie es jeden Tag sehen. Die ständige Erinnerung dient hoffentlich als Anreiz.

Sie sind sich also über Ihr Ziel im Klaren. Wie geht es weiter?

 

  • Freunde, Familie, Arbeit: Störfaktoren müssen systematisch begrenzt werden. Schaffen Sie sich Freiräume, damit Sie mehrmals wöchentlich mindestens eine Stunde lang ungestört schreiben können. Tragen Sie diese Zeiten in Ihren Terminkalender ein (ggf. mit einer Erinnerung eine Stunde im Voraus) oder hängen Sie einen Zeitplan an Ihren Kühlschrank oder über den Schreibtisch. Machen Sie deutlich, dass Sie während dieser Zeiten wirklich nur dann gestört werden dürfen, wenn es wirklich unvermeidlich ist.
  • Sie haben Ihr Gesamtziel aufgestellt, aber was möchten Sie in jeder einzelnen Sitzung erreichen? Ob Wort- oder Seitenzahl: Setzen Sie sich ein messbares Ziel für Ihre Schreibzeiten.
  • Probieren Sie aus, wo Sie am besten arbeiten können. Falls es daheim am Schreibtisch nicht klappt, versuchen Sie es mit einem Café, einem Zimmer bei Freunden oder, wie Maya Angelou, mit einem Hotelzimmer. Finden Sie heraus, wo Sie sich besonders inspiriert fühlen.
  • Trennen Sie sich vom Internet und Ihrem Handy. Diese Zeit ist allein Ihnen vorbehalten, und Ablenkungen wie Twitter oder Facebook sind unerwünscht. Keinesfalls sollten Sie einen Lieblingsautor googeln, der gerade die Veröffentlichung seines ersten, dritten oder achten Buchs ankündigt. In Ihren Schreibstunden geht es nur um Sie und um niemanden sonst.
  • Gehen Sie nicht mit sich ins Gericht. Wie bereits erwähnt, gibt es gute und schlechte Tage. Anne Lamott hat ein ganzes Buch über die Verzweiflung und die trügerische Hoffnung geschrieben (Bird By Bird , wärmstens empfohlen!), die das Leben eines Schriftstellers prägen. Falls Sie sich wirklich nicht einmal einen einzigen Satz für Ihr derzeitiges Projekt abringen können, schreiben Sie über Ihre Umgebung, verfassen Sie eine Szene für ein künftiges Projekt oder schreiben Sie Folgen Ihrer Lieblingssendungen um. Wichtig ist, dass Sie ARBEITEN und sich anschließend (mit Schokolade?) belohnen.
  • Führen Sie Tagebuch über das Schreiben. Das fühlt sich am Anfang vielleicht etwas künstlich an, aber wenn Sie sehen, wie Sie Erfolgsmomente sammeln, gehen Sie mit frischer Überzeugung an die Arbeit. Notieren Sie sich das Datum und die Wörter- oder Seitenzahl und halten Sie sich einmal pro Woche oder Monat vor Augen, was Sie bereits vollbracht haben.

Wie jede Routine (z. B. das Zähneputzen oder Abwaschen usw.) wird auch das Schreiben schnell zur Gewohnheit. Die Schriftstellerin Kristiana Gregory erklärt dazu: „Ich habe diese Routine so verinnerlicht, dass mir etwas fehlt, wenn ich nichts geschrieben habe“.

 

Wir bitten um Ihre Kommentare, werte Lulu-Autoren: Wie sieht Ihre Routine aus?

 

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